Söhne von alten Vätern leben länger

Spermien altern offenbar anders als der Rest des Körpers, berichten Forscher. Demnach verschafft eine späte Vaterschaft den Söhnen und sogar Enkeln ein längeres Leben.

Seit einigen Jahren wissen Forscher, dass die Lebensspanne von Zellen und Organismen mit der Länge ihrer Telomere einhergeht – jenen Schutzkappen am Ende der Chromosomen, die bei jeder Zellteilung ein wenig kürzer werden. Nach vielen Teilungen – also im hohen Alter – verursacht der Schwund dann strukturelle und genetische Probleme; in der Folge altern und sterben die Zellen in sämtlichen Geweben des Körpers ab.

Menschen mit eher kurzen Telomeren leben demnach im Durchschnitt auch kürzer als solche mit langen; zudem vererben sie Telomerlängen und durchschnittliche Lebenserwartung an ihre Nachkommen. Ein langes Leben mit später Vaterschaft kann dieses Muster allerdings deutlich verändern und neu schreiben, berichten nun Forscher. Denn je älter die Väter sind, desto längere Telomere geben sie ihren Spermien offenbar mit auf den Weg.

Quelle: http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-06/spermien-lebensspanne

 

Älteres Sperma lässt länger leben

Bessere Gene im Alter: Nachkommen haben längere Chromosomen-Enkappen.

Wer hätte das gedacht? Das Sperma älterer Männer ist wertvoller! Ältere Väter vererben ihren Nachkommen eine wichtige genetische Voraussetzung, für ein langes Leben: Die Chromosomen ihrer Kinder haben längere Endkappen als die von Nachkommen sehr junger Väter.

Die Länge der Endkappen, der sogenannten Telomere, gilt als Indikator für Langlebigkeit und Gesundheit im Alter. Denn die Chromosomen-Endkappen schützen das Erbgut bei Zellteilungen vor Schäden, werden aber im Laufe des Lebens immer kürzer. Von ihren Vätern spät gezeugte Kinder beginnen von vornherein mit längeren Telomeren. Das kann langfristige Gesundheitsvorteile und auch ein längeres Leben bringen, berichtet das US-amerikanische Forscherteam im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.

Wirkung über zwei Generationen
"Das Alter des Vaters bei der Zeugung wirkt sich über mindestens zwei Generationen hinweg auf die Telomerlänge aus", schreiben Dan Eisenberg von der Northwestern University in Evanston und seine Kollegen. Hatte schon der Großvater den Vater der Kinder erst spät gezeugt, der Vater aber früh seine Kinder bekommen, waren die Telomere bei diesen Kindern dennoch verlängert. Ihre Chromosomen-Endkappen seien genauso lang gewesen wie bei den Kindern später Väter, sagen die Forscher. Waren sowohl Großvater als auch Vater spät dran mit der Zeugung, addierten sich beide Effekte. Der Effekt der verlängerten Telomere sei zudem bei Jungen und Mädchen gleich.

Eizellen haben diesen Effekt nicht
Bei den Eizellen von Frauen gibt es diesen Effekt des Alters nicht, wie die Forscher berichten. Denn bei ihnen sind alle Eizellen bereits bei der Geburt vorhanden - sie reifen im Laufe des Lebens einzeln heran. Da sich die Eizellen dabei nicht mehr teilen müssen, benötigen sie auch keinen Schrumpfschutz für ihre Telomere. Als Folge vererben Mütter ihren Nachkommen unabhängig von ihrem Alter immer die gleiche Länge von Telomeren.

Quelle: http://madonna.oe24.at/gesund/Spermien-aelterer-Vaeter-machen-langlebiger/68930277

 

 

29.06.2012 | 3486 Aufrufe

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