DI 8.1.2013, 22.30 

"Der Mann mit den 100 Kindern"

Hundert Kinder und ein gemeinsamer Erzeuger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© orf

Ein Film von Vuk Jancic

Der Niederländer Ed Houben ist Vater von mittlerweile mehr als 100 Kindern. Doch er ist kein Casanova mit unzähligen Liebschaften, er ist seit vielen Jahren als Samenspender tätig. Anfangs spendete er anonym in einer Samenbank. Nachdem mit seinem Sperma 25 Kinder gezeugt worden waren, durfte er - zumindest offiziell - nicht mehr weitermachen. Ed Houben suchte und fand einen Ausweg. Via Internet bietet er seine Dienste an und spendet mittlerweile Sperma für ungewollt kinderlose Paare, für Alleinstehende und auch für lesbische Frauen. Geld nimmt er dafür keines. Er legt jedoch großen Wert darauf, seine Kinder persönlich kennenzulernen, und die meisten wissen auch, dass er ihr leiblicher Vater ist. So veranstaltet Ed Houben jährlich ein großes Familientreffen, an dem viele Mütter mit ihren Kindern teilnehmen. Rechtliche Ansprüche auf Unterhaltszahlungen hat bis jetzt keine der Mütter geltend gemacht.

Samenspende auf diese private Art ist in Österreich nicht erlaubt. Hier ist die künstliche Befruchtung mit Fremdsperma gesetzlich streng geregelt und darf offiziell nur in Kliniken durchgeführt werden. Außerdem ist diese Methode, endlich zu einem Wunschkind zu kommen, nur für Ehepaare oder Paare, die in eheähnlicher Gemeinschaft leben, gestattet. An alleinstehenden oder lesbischen Frauen, auch in eingetragener Partnerschaft, darf keine künstliche Befruchtung vorgenommen werden.

Was Ed Houben dazu antreibt, Paaren und alleinstehenden Frauen zu Nachwuchs zu verhelfen, versucht der Filmemacher Vuk Jancic in seiner einfühlsam gestalteten Dokumentation herauszufinden. Und liefert damit das Porträt eines im Grunde recht schüchternen und einsamen Mannes, dem es bisher nicht gelungen ist, eine dauerhafte Beziehung einzugehen.

Quelle: http://programm.orf.at/?story=22928

 

15.01.2013 | 2907 Aufrufe

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