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  • 03.01.1983 (36)

Was ist eine Samenspende und wie Unterscheidet sie sich gegenüber anderen Formen der Familiengründung?

Wer wendet die Bechermethode an?

1. Homosexuelle Paare mit Kinderwunsch (schwul oder lesbisch).
2. Single-Frau mit Kinderwunsch.
3. Heterosexuelle Paare, die eine Befruchtung im Rahmen einer KiWu-Behandlung durch Fremdsperma benötigen.

Welche Formen der Familiengründung gibt es?

1. Regenbogen-Familie (Schwules Pärchen mit lesbischen Pärchen).
2. Übliche Familienform mit (Co-)Vater und Mutter.
3. Alleinerziehende Mutter mit Zuhilfenahme einer privaten Samenspende.
(4. Patchwork (Vermischung mehrere Familien). ist hier nicht relevant)

Was ist eine private Samenspende, ab wann spricht man von einer Samenspende und wann nicht?

Eine private Samenspende ist eine Betreuung durch einen Spender (erst mal eine fremde Person) bis zum Eintreten der Schwangerschaft. Dabei steht der Spender jederzeit für eine Spermaübertragung zum Eisprungtermin zur Verfügung, aber auch später nach Geburt, um das Kind dem Kontakt zum bio. Vater zu ermöglichen. Auf keinen Fall ist der Spender eine Bezugsperson in der Familie (höchstens als "Onkel" oder Freund der Familie), also kein Vater! Als Gegenleistung für die Betreuung bekommt der Spender meist eine Aufwandsentschädigung und eine Vergütung. Es ist also eine Art Geschäft, das sich mehrmals mit verschiedenen Frauen wiederholt. Sperma gegen Geld (oder in seltenen Fällen aus Hilfsbereitschaft). Da es eine Art Geschäft ist, können beide Seiten Bedingungen und Anforderungen stellen. Wer diese nicht erfüllen kann oder möchte, hat immer noch die Möglichkeit abzulehnen und eine andere Person zu bevorzugen. Jeder hat eine Wahlmöglichkeit! Viele Frauen finden es nicht in Ordnung, dass Spender Geld verlangen. Diese ablehnende Haltung ist nicht ganz verständlich, da eine Wahlmöglichkeit besteht. Dabei wird ganz übersehen, dass Männer mit Vergütungswunsch unproblematischer sind entgegen Männern, die das aus reiner "Hilfsbereitschaft" tun, denn diese haben durchaus oft "andere" Ziele oder Interessen. Es wurden schon zu oft schlechte Erfahrungen mit reinen hilfsbereiten Spendern gemacht, als das man dieses simple Argument gelten lassen dürfte. Außerdem ist die Samenspende nicht als unentgeltliche Hilfstätigkeit zu sehen, sondern eine Schenkung von Freizeit. Das Wort Spende bezieht sich also nicht darauf, dass etwas kostenlos ist, sondern dass etwas von einem Fremden gegeben wird! Dazu möchte ich einen anderen Blogeintrag von mir zitieren: "[...] Viele meinen, eine Spende sollte den Charakter einer Spende haben, also kostenlos sein. Das geht nur in einem kleinen Kreis, also wenn es eine EINMALIGE Aktion unter Freunden ist oder als richtiger (Co-)Vater. Aber ein erfahrender Spender hat i.d.R. ab 4 bis 12 Empfängerinnen, in seltenen Fällen sogar bis zu 40 und mehr! Nicht jede Frau wird gleich beim ersten Versuch schwanger (die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 10 bis 20%). Nehmen wir an, im schlechtesten Fall braucht es bei jeder Frau 10 Versuche. Bei 10 Empfängerinnen sind das also insgesamt 100 Zyklen, zu dem der Spender kommen muss. Zu den Fixkosten (Gesundheitstests) von etwa 60 bis 120 Euro kommen noch Fahrkosten im Schnitt von etwa 20€ dazu. Unterm Strich kommt man auf eine riesen Summe von 3000€ und mehr. Nicht berücksichtigt sind dabei Verdienstausfall und Urlaubstage, die man dafür beim Arbeitgeber einreichen muss! Bedenkt man, dass man mehrere Tage pro Zyklus zur Verfügung stehen / abrufbarsein muss, die eigene Freizeit dabei drauf geht und das Umfeld (Partner, Freunde und Verwandte) zurückstecken müssen, erscheint das auf einmal in einem anderen Licht. Welche Mensch schenkt einer nicht-hilfsbedürftigen fremden Person einfach mal 3000€ und opfert seine Freizeit? Man würde sogar sagen, der spinnt doch! Der Vorteil der Frauen ist nicht, dass sie kostenlos Sperma bekommen, sondern dass sie 1. im Vergleich kostengünstiges Sperma; 2. Sperma im Becher bekommen; 3. durch das Geschäft die Unterscheidung zwischen eigenen Kindern und Spenderkinder für den Spender leichter und somit das Risiko eines Einmischens in Familienangelegenheiten geringer ist; 4. die Frauen den Spender persönlich kennenlernen und auch nach Charakter-Eigenschaften wählen können (in einer Samenbank ist das nicht möglich!); 5. Yes-Spender ausgesucht werden können; 6. die Spende vor Ort bekommen (keine weite Anreise in entfernte KiWu-Kliniken oder ins Ausland); 7. Lesbische oder unverheiratete Paare bekommen nur sehr schwer eine Behandlung in einer KiWu-Klinik und gehen ins Ausland. Dagen finden sich private Samenspender immer in der Nähe. Berücksichtigt man die Kosten in einer Samenbank/Kinderwunschklinik, erscheinen die Kosten der privaten Samenspende als lächerlich klein. Als Spender verschenkt man seine Zeit für die Betreuung bis zur Schwangerschaft und darüber hinaus (Stichwort: Kontaktwunsch zum Spender nach der Geburt)! Und dafür wird viel Zeit benötigt, als Spender muss man immer abrufbar sein und wenn man drei oder vier Empfängerinnen hat, ist man quasi über Wochen ausgebucht! Kein Urlaub, keine spontanen Freizeitaktivitäten oder ähnliches. Als Spender opfert man seine freie Zeit. Dieser Aspekt scheint vielen nicht klar zu sein, aber in diesem Sinne ist eine Samenspende zu sehen! [...]".
Man spricht also von einer Samenspende, wenn Fremdsperma in Rahmen einer Kiwu-Behandlung benötigt wird oder bei einer Familien-Gründung ohne Vaterschaft. Man spricht aber NICHT von einer Samenspende, wenn ein (Co-)Vater gesucht wird bzw. wenn eine Regenbogenfamilie geplant ist!

Es besteht also ein Unterschied zwischen einem Samenspender (zu Beginn ein fremder Mann), der Geld verlangt und an mehrere Frauen spendet, und einem (Co-)Vater, der kein Geld verlangt, dafür aber Rechte und Pflichten übernimmt und nur mit einer Frau Kinder hat. Die Verwechslung zwischen Samenspende und Gründung der EIGENEN (Regenbogen-)Familie durch einem (Co-)Vater kommt daher, weil in beiden Fällen die gleiche Methode angewendet wird, nämlich die Bechermethode. Sie sind aber Grund auf verschieden. Findet keine strikte Trennung statt, kommt es zu Enttäuschungen und Missverständnissen! Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Methode der Spermaübertragung. Eine Samenspende unterscheidet sich von allen anderen Familiengründungen dadurch, dass der Spender ausschließlich nur die Bechermethode praktiziert und keine andere. Anderenfalls ist dies keine Samenspende, sondern ein sexuelles Abenteuer, bei dem ein Kind entsteht. Das hat auch rechtliche Folgen hinsichtlich der Vaterschaftsanfechtung!

Die Unterschiede nochmal im kurzen Abriss:
1. Samenspende: Das ist ein Geschäftsprozess. Ein fremder Mann gibt sein Sperma, meist gegen Geld, an ein Paar oder an eine Single-Frau. KEIN sexueller Kontrakt!
2. (Co-) Vater: Gründung einer EIGENEN (Regenbogen-)Familie, quasi im Sinne einer künstlichen Befruchtung durch die Anwendung der gleichen Methoden, wie die der Samenspende, oder durch Beischlaf.

Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit in dieser Frage schaffen.
Schöne Grüße

spermaspender.karlsruhe (ooo)