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  • 03.01.1983 (36)

Ich bin jetzt ein paar Mal von Spender-Anwärtern gefragt worden, was Mann tun kann, wenn man trotz guter Ernährung Probleme mit der Fruchtbarkeit hat, insbesondere suboptimale Beweglichkeit der Spermien. Um zu wissen, was wirklich gute Ernährung ist, möchte ich jetzt ein paar Hinweise dazu geben.

Die Aufnahme von Nährstoffen über den Darm unterliegt den Bio-Chemischen Reaktionen zwischen der Nahrung und den verschiedensten Enzymen des Körpers. Damit wir verstehen können, warum man Mangelerscheinungen wie z.B. die Unfruchtbarkeit beim Männern trotz angeblich „guter Ernährung“ bekommen kann, müssen wir uns an die wichtigsten Lehrsätze auch dem Chemie-Unterricht der 6 bzw. 7 Klasse erinnern: Eine chemische Reaktion findet nur statt, wenn ein chemisches Ungleichgewicht herrscht. Eine chemische Reaktion findet nur in Richtung des kleinsten Zwangs statt. Ich versuche die Zusammenhänge soweit herunter zu brechen, dass auch Menschen ohne Chemie-Kenntnisse die folgenden Zusammenhänge  verstehen können. Ein gesunder menschlicher Körper befindet sich lapidar ausgedrückt in einem chemischen Gleichgewicht, das durch Zufuhr von bestimmten Nährstoffe oder Giftstoffe gestört werden kann. Infolgedessen werden chemische Reaktionen ausgelöst, um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen (also in Richtung des kleinsten Zwangs).
Für die Spermienproduktion ist z.B. Zink ein wichtiges Metall (Spurenelement), es ist sogar eines der wichtigsten Metalle im ganzen Körper, denn es wird in allen Zellen benötigt. Zink wird aus der Nahrung mittels sogenannter „Carrier“ (Transport-Moleküle; das sind chemische Verbindungen, die die Nährstoffe binden und transportieren) über den Darm in den Blutkreislauf und schließlich in die Zellen transportiert. Ein wichtiges  Transport-Molekül in diesem Zusammenhang heißt DMT-1, man muss das aber nicht wissen, um die Vorgänge zu verstehen. Eine Störung des Gleichgewichts findet statt, wenn z.B. zu viel Calcium (Ca2+), Eisen-2 (Fe2+, aber nicht Eisen-3   Fe3+ !) oder Kupfer (Cu2+) durch Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln oder Cadmium aus Kunstdünger aufgenommen wird, wodurch die Zinkaufnahme gestört wird. Calcium-Ionen (gelöstes Calcium) sind auf Grund Elektronen-Konfiguration chemisch im Ungleichgewicht (es fehlen Elektronen in der Atomhülle, das Calcium-Ion versucht diese Elektronen von anderen Atomen zu klauen wodurch eine chemische Reaktion stattfindet). Dieses Ungleichgewicht ist größer als bei den Zink-Ionen (siehe PSE für diejenigen, die mit PSE was anfangen können). Somit findet die chemische Reaktion (Bindung an die Carrier-Moleküle) in Richtung des kleinsten Zwangs statt, die Carrier-Moleküle binden sich an Calcium, Zink wird dagegen aus der Nährstoffaufnahme verdrängt. Das Zink verbleibt also in der Nahrung und wird „unverdaut“ ausgeschieden. Bei einem Übermaß an Eisen2, Calcium oder Kupfer2 kann es trotzt guter Ernährung zu einem Zink-Mangel kommen!!!!!! Ein weiterer Aspekt ist, dass das Calcium zusammen mit Zink und Phytinsäure (aus Vollkorn-Getreide und Hülsenfrüchten!!!) in einer chemischen Reaktion unlösliche Moleküle bildet, die vom Körper nicht verwendet werden können und als Abfallprodukt ausgeschieden werden. Ebenso verhält es sich mit Gerbstoffen aus Schwarz-Tee und Ballaststoffen (und viele weitere), die Zink binden und für den Körper bei der Verdauung nicht zugänglich machen. Man ist jetzt verführt zu sagen, dass Calcium, Eisen, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide ungesund sind. Das kann man so nicht sagen, sie sind sogar lebenswichtig (Calcium wird z.B. in Knochen, Zähnen und Fingernägel benötigt)! Es muss weiter gedacht werden, Stichwörter: „biologische Verfügbarkeit“ und „chemisches Gleichgewicht“! Alles befindet sich im Gleichgewicht. Die Nahrung sollte also so weit wie möglich so ausgewogen sein, dass möglichst viel von allem aufgenommen werden kann. Wie gut der Körper bestimmte Stoffe aus der Nahrung lösen und aufnehmen kann wird als biologische Verfügbarkeit bezeichnet. Diese biologische Verfügbarkeit wird durch das chemische Gleichgewicht der beteiligten Moleküle und Elemente definiert. Der Körper braucht ein bisschen von dem, etwas von einem anderen und viel jenem. Diese Verteilung spiegelt sich in der Nahrung. Man braucht also von einem Element mehr, als von einem anderen. Diese Verteilung in der Nahrung wird RDA genannt, das ist die „empfohlene Tagesdosis“, die auf den Verpackungen der Lebensmittel steht. Eine ständige Überschreitung der Tagesdosis kann auf Grund der chemischen Gleichgewichte zu Mangelerscheinungen bei anderen wichtigen Nährstoffen kommen, wie bereits oben beschrieben. Biologische Verfügbarkeit ist ein wichtiger Aspekt hinsichtlich gesunder Ernährung. Zum Beispiel sind viele Vitamine fettlöslich, für die biologische Verfügbarkeit von z.B. Vitamin E wird also Fett benötigt, ohne Fett kann der Körper das Vitamin nicht aufnehmen und zu den Zellen transportieren. Ebenso gibt es Beispiele für Zink. Männer brauchen viel Zink, daher hat die Natur er so eingerichtet, dass Männer gerne viel Fleisch essen. Das ist damit begründet, dass Fleisch/Fisch die beste biologische Verfügbarkeit für Zink hat und auch viel L-Carnitin enthält, dass zur Produktion von Spermien ebenfalls gebraucht wird (->Beweglichkeit der Spermien). Im Fleisch ist Zink an Proteinen gebunden, die leicht verdaulich sind, das Zink kann besser und in höheren Dosen aufgenommen werden. Vegetarier haben einen um etwa 50% größeren Zink-Bedarf auf Grund den oben beschriebenen chemischen Reaktionen mit Nährstoffen in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten (schlecht verdaulich), die im Fleisch nicht vorhanden sind. Zum Beispiel braucht der Körper zum Verdauen von Vollkorn Hefe-Bakterien, die üblicherweise in Sauerteig vorhanden sind. Die heutigen Brote sind Weißbrot-Bachmischungen mit dunklen Farbstoffen, um die Farbgebung von Sauerteig nachzubilden. Darüber werden ein paar Körner gestreut, um den Anschein von einem Vollkorn-Brote zu machen. Meiner Einschätzung nach sind 95% der Brote, die heutzutage verkauft werden, alles andere als Vollkorn-Brote! Man muss auch beachten, dass 80% des Zinks im Getreide durch das mahlen verloren gehen. Daher benötigt man besonders viel Brot, um die gleiche Menge Zink zu sich zu nehmen, wie es bei Fleisch der Fall wäre. Man glaubt sich gesund zu ernähren, aber man isst Sch****. Aber auch zu viel Fleisch ist nicht gesund! Daher auf eine ausgewogene Ernährung achten, dazu gehören Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Gemüse! Da viele Fertiggerichte Zusatzstoffe beinhalten, die die Aufnahme wichtiger Nährstoffe blockieren oder sogar die Gesundheit schädigen, sollte man lieber selber frisch kochen. Es macht auch viel Spaß, glaubt mir. Ein weiterer kleiner Tipp: Fast täglich bringen selbsternannte Wissenschaftler neue Ernährungsratgeber heraus. Diese stützten sich nicht auf wissenschaftliche Kenntnisse und sind zum Teil gesundheitsgefährdend!!! Als Beispiel möchte ich hier anführen, dass oft empfohlen wird, möglichst 5 bis 7 mal am Tag Obst zu essen. Wer mit 30 Jahren nicht an Diabetes erkranken möchte, sollte das nicht tun, da die Bauchspeicheldrüse mit der Produktion von Insulin bei ständiger Zugabe von Fruchtzucker nicht nachkommt und die Produktion irgendwann mal ganz einstellt. Also glaubt nicht alles! Hört lieber auf euren Körper, isst das, was euch gut tut, nicht das, was Pseudo-Wissenschaftler sagen. Manchmal habe ich einen Heißhunger auf bestimmte Salate, Gemüse, Fleischsorten oder Fischsorten. Dann weiß ich, dass mein Körper einen bestimmten Nährstoff besonders braucht.
Was auch viele nicht wissen ist, dass nur etwa 30% des Zinks in der Nahrung auch vom Körper aufgenommen werden können. Weiterhin wird duch das Kochen in Wasser etwa 20% des Zinks aus der Nahrung herausgelöst und anschließend weggeschüttet.

Jetzt kommen ein paar Ernährungsratschläge für Männer:

1. Mehr Fisch essen und jodhaltiges + folsäurehaltiges Salz für die Zubereitung verwenden.
Schilddrüsenüber- und Unterfunktion kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Daher sollte man sich jährlich beim Arzt testen lassen. Je nach dem muss man mehr oder weniger Fisch bzw. Jod zu sich nehmen. Fisch hat auch viele ungesättigte Fettsäuren, die notwendig sind, weil sie vom Körper nicht selber hergestellt werden können. In der Regel (!) essen Mitteleuropäer viel zu wenig Fisch. Es gibt inzwischen Salz, das neben Jod auch Folsäure zugesetzt ist. Folsäure verhindert anormale Spermien und die Weitergabe von neu entstandenen Gen-Defekten. Folsäure ist in Gemüse enthalten, üblicherweise essen aber Männer ungern Gemüse.

2. Vitamin-C ist sehr wichtig für die Fruchtbarkeit, denn es ist ein Radikalfänger und schützt die Spermien während ihrer Entwicklungsphase, viel Vitamin-C wirkt sich positiv auf die Beweglichkeit der Spermien aus. Früchte haben in der Regel viel Vitamin-C. Aber Vorsicht bei Fruchtzucker-Intoleranz (Fructose-Intoleranz). Bei einer Fructoseintoleranz führt der Verzehr von Früchten zu einem Zink-Mangel (wg. Entzündungen), was wiederum die Fruchtbarkeit sehr stark senkt! Bitte nicht über die empfohlene Tagesdosis überschreiten, denn dann bindet Vitamin-C das Zink.

3. Weniger Mehl-Speisen essen!

Weißmehl erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko, verursacht Rheuma und Gallensteine, und macht langfristig über Generationen hinweg unfruchtbar. Vollkornmehl ist zwar etwas gesünder, da die Ballaststoffe, die dem Weißmehl fehlen, die Verdauung der Stärke verlangsamen und damit auch die Umwandlung in Zucker. Jedoch sind die in der Getreide-Schale des Vollkorns enthaltenden natürlichen (von der Pflanze selbst erzeugten) Pflanzenschutz-Stoffe ungesund. Die Lektine verursachen bei übermäßigen Genuss Diabetis-1, Arthritis und Darmentzündungen. Letztere können wiederum zu Zinkmangel führen, das die Fruchtbarkeit senkt. Außerdem sind die guten Vorteile von Vollkorn nur gegeben, wenn das Mehl frisch gemahlen wurde. Also am besten nicht so oft Mehl-Gerichte essen.

4. Grüne Kopf-Salate haben in der Regel den gleichen Vitamin- und Nährstoff-Gehalt, wie ein Blatt Druckerpapier. Wer Kopf-Salate liebt, sollte zusätzlich andere Salate beimischen. Gedüngte Pflanzen (Salate, Gemüse, Beeren, Früchte) haben weniger Nährstoffe als ungedüngte Pflanzen, insbesondere haben sie weniger Zink! Da Zink sehr wichtig ist für die Bildung der Samenzellen, müsste man heutzutage viel mehr Gemüse essen, als früher (vor der Industrialisierung der Landwirtschaft). Daher sollte man, wenn möglich, ein paar Kräuter- und Gemüsepflanzen (in Kübeln, im Garten) selbst anbauen, sofern man den Platz hat, und/oder man kauft Bio-Produkte. Hinsichtlich des Vitamingehalts ist Tiefkühlkost der Auslegeware zu bevorzugen. Tiefkühlkost wird i.d.R. sofort nach der Ernte tiefgekühlt, was die Vitamine bewahrt.

5. Öle und Fette.

Margarine wurde früher von Ärzten empfohlen, da sie angeblich weniger schlechtes Cholesterin verursacht als Butter. Aber neueste Studien zeigen genau das Gegenteil auf, offensichtlich wurde in früheren Studien gemogelt. Die künstlich hergestellten (Fetthärte-Verfahren) trans-Fette in der Margarine sind schuld daran. Margarine macht dick und verursacht Herz-Kreislauf-Probleme, übergewichtige Menschen haben oft Fruchtbarkeitsprobleme. Oliven-Öl ist das beste Öl, aber nicht jedes Oliven-Öl ist gut, teilwiese sind sie auch gesundheitsgefährdend. Es gab und gibt immer wieder Fälle von Panscherei, dem teurem Natives-Oliven-Öl-Extra wird ein Maschinen/Motoren-Öl beigemischt, um mehr Profit zu machen. Gutes Oliven-Öl kratzt im Hals und kostet in der Regel etwa 6€ bis 8€ der Liter. Nüsse haben auch viele ungesättigte Fettsäuren.

6. Fleisch gehört zu einer ausgewogenen Ernährung!

Wichtig für die Beweglichkeit von Samenzellen ist auch das Spurenelement L-Carnitin, was zusammen mit Zink und Q10 nur im Fleisch in ausreichender Menge vorkommt! Es wird zwar auch vom Körper hergestellt, jedoch wird etwa 90% der nötigen Menge aus der Nahrung aufgenommen.

7. Bei Zink-Mangel auf Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Mais, Soja und Getreibeprodukte verzichten! (stattdessen Fleisch essen, insbesonere Rind und Leber)

 

Unterm Strich kann man sagen, dass man getrost 2 Mal in der Woche Fleisch essen darf, 1 bis 3 Mal in der Woche Fisch und täglich Gemüse essen sollte, damit man sich gesund ernährt. Obst und Mehlspeisen sollte man meiden!

spermaspender.karlsruhe (ooo)

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