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  • 03.01.1983 (37)

Hallo zusammen,

nun - der eine oder andere (Frau/Mann) hat es vielleicht schon erlebt: Nach dem 8 Versuch stellt sich immer noch kein Erfolg ein und man fragt sich, woran das liegen könnte. Mir erging das auch schon mal so, als Spender denkt man dann plötzlich nach, ob man vielleicht (vorrübergehend) unzureichend fruchtbar ist, man zweifelt und resigniert. Spermien brauchen mindestens 3 Monate zum wachsen. Eine durchzechte Nacht oder mal 2 Wochen schlechte Ernährung im Urlaub reichen aus, um von einem sehr guten zu einem schlechten Spermiogramm zu kommen. Stress ist auch nicht gut, vor allem wenn er länger andauert. Das gilt natürlich auch für Frauen! Gerade als Student während der Prüfungszeit hat man sicher viel Stress und die schnelle ungesunde Ernährung hinterlässt Spuren. Aber was ist, wenn man parallel an mehreren Frauen spendete und meist der dritte oder vierte Versuch erfolgreich war, aber bei einer Frau auch nach dem 8 (und mehr) Versuch sich kein Erfolg einstellte, wie in meinem Fall? Man ist verführt zu sagen: Es liegt an der Frau. Aber man kann hier keinen Schuldigen ausmachen!!!! Reproduktionsmediziner sagen, dass man erst nach 1 Jahr ohne Erfolg ein Gesundheits-Check machen sollte, andere empfehlen schon nach 6 Monaten. Es kann aber auch andere Gründe haben. Spätestens dann, wenn Mann und Frau sich untersuchen ließen und beste Gesundheit bescheinigt wird, ist man ratlos. Meine Erfahrung ist dagegen folgende:

  1. Eisprung nicht richtig bestimmt. Das ist nach meiner Erfahrung für etwa 60% der Misserfolge die Ursache. Meist wurden billige Ovulationstests aus dem Supermarkt erworben. Diese haben leider einen ungenau eingestellten Schwellwert, der für die Durchschnittsfrau ok ist. Jedoch hat jede Frau einen anderen Schwellwert, der sich zum Teil sehr stark vom Durchschnitt unterscheiden kann. Ich hatte mal die Erfahrung mit einer Empfängerin, deren Tests 5 Tage lang den LH-Peak anzeigten (siehe Bild 1).

    Der Peak dauert aber immer nur wenige Stunden. Der Versuch ging damals natürlich schief. Dann gibt die Ovulationscomputer, die sind natürlich viel besser und zeigen bei ca. 3/4 der Frauen genau an. Aber, so habe jetzt die Erfahrung gemacht, liefern diese Tester bei der einen oder anderen Frau ein schlechtes Ergebnis. Die Ovulationscomputer können auch schon mal 5 Tage danebenliegen! Ist natürlich bitter, wenn der FA feststellt, dass die Follikel noch nicht richtig ausgebildet sind, aber der Ovulationscomputer hohe Fruchtbarkeit anzeigt. Die Erfahrung habe ich jetzt auch zusammen mit einer Frau machen dürfen. Einzige Möglichkeit dem Problem entgegenzutreten: Temperaturmethode in Kombination mit Ovulationstest oder den Frauenarzt den eigenen Eisprung bestimmen lassen. Problem ist aber nicht nur die Messung, sondern die Interpretation der Ergebnisse!!!!! Daher ist die Temperaturmethode meiner Meinung nach besser, weil man die Messungen besser interpretieren kann, als mit dem Computer, der einem nur sagt, ob man fruchtbar ist oder nicht. Grundlegendes Problem: Der LH-Peak ist etwa 36h vor dem Eisprung (ist aber von Frau zu Frau unterschiedlich), der LH-Peak dauert nur wenige Stunden (die Höhe des LH-Peaks ist auch von Frau zu Frau unterschiedlich). Meist misst man immer am Morgen zur selben Zeit. Wenn man am Morgen den Test macht, kann der LH-Peak bereits am Nachmittag des gestrigen Tages oder in der Nacht erfolgt sein, mit anderen Worten: Der LH-Peak ist am Abklingen. Wenn man dann die Spende am Abend des selbigen Tages durchführt, können bereits schon 20h bis 30h nach dem Peak vergangen sein, gerade zur rechten Zeit! Am nächsten Tag könnte es aber schon zu spät sein! Es kann aber auch sein, dass der LH-Peak am Ansteigen ist, sprich das LH-Maximum wird erst in etwa 10h oder 15h erreicht. Das ist insofern kein Problem, weil man tendenziell lieber zu früh die Übertragung machen sollte. Aber, wenn der Ovulationstest danebenliegt, ist es schwierig den genauen Termin zu bestimmen. Wenn er Eisprung erst 3 oder 4 Tage später erfolgt, ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs deutlich geringer. Viele Frauen planen deshalb mehrere Übertragungen in einem Zyklus. Aber Vorsicht: Statistiken der Reproduktionsmedizin kommen zum Ergebnis, dass es keinen Sinn macht, mehr als 2 Übertragungen in einem Zyklus durchzuführen, der Erfolgswahrscheinlichkeit steigt nicht mit der Anzahl der Übertragungen! Mann benötigt etwa 3-5 Tage, um sein Reservoir aufzufüllen. Daher mein Ratschlag: Am Vortag des Eisprungs und am Tag des Eisprungs eine Übertragung durchführen, dann ist man nicht zu früh und auch nicht zu spät. Damit man den Temin genau bestimmen kann, braucht es neben dem Ovulationstest auch einen Temperatur-Graphen, den man sich anhand der eigenen Temperatur-Messwerten aufzeichnen muss. Um die Messwerte interpretieren zu können, sollte man möglichst mehrere Monate vor dem ersten Versuch damit beginnen und zumindest einmal vom Frauenarzt die Follikel messen lassen. Man kann dann etwa einschätzen, ab welcher Temperatur der Eisprung wahrscheinlich ist (außer, man ist krank). Tja - wer hätte gedacht, dass Kinderkriegen so schwierig ist.
  2. Schlechte Gesundheit war nach meiner Erfahrung für etwa 30% der Misserfolge die Ursache. Teilweise in Kombination mit Punkt 1.

 Ich bin kein Arzt, aber nach meinem Kenntnisstand kann das folgende Gründe haben:


 Bei der Frau:

a. verklebte Eileiter und oder Endomitriose (=> FA fragen)
b. unregelmäßiger Eisprung (=>FA fragen, Clomifen einnehmen (?))
c. Schilddrüsenunter- oder -überfunktion. TSH-Hormon liegt normalerweise zwischen 0,3 und 2,5, sollte bei KiWu nahe bei 1 liegen.
d. Überreaktion des Immunsystems (=>FA fragen, Post-Koitaltest machen)
e. ungesunde Ernährung
f. Stress

Beim Mann (schlechtes Spermiogramm):

Äußere (Umwelt-)Einflüsse beeinträchtigen die Spermienqualität. Spermiogramme schwanken über das Jahr hinweg, mal stärker, mal schwächer. Z.B. ist in Sommermonaten die Beweglichkeit der Spermien durch die Hitze herabgesetzt, das ist normal, muss aber beachtet werden. Darüber hinaus kann es weitere Gründe geben:

a. Entzündungen können zu Zinkmangel führen, vor allem durch Lebensmittelunverträglichkeiten z.B. Fructose-Intoleranz,...
b. Pestizide und hormon-aktive Stoffe in Nahrungsmittel, allen voran Weichmacher aus Kunstsoffen.
c. Schilddrüsenunter- oder -überfunktion.
d. Stress

  1. Falscher Umgang mit den Utensilien ist bei etwa 10% der Grund für die Misserfolge (teilweise in Kombination mit 1. und 2.). Meist schlägt der erste Versuch fehl. Gerade die Inseminationskappe oder der Katheter sind schwierig in der Handhabe. Inseminationskappen sind eine tolle Sache: Man führt sie ein und kann sofort seinem Alltag nachgehen. Manche Frauen nehmen eine Menstruationskappe (weil billiger), die ist insofern nicht empfehlenswert, weil sie oft nicht flexibel ist und man dadurch beim Einführen schneller das Sperma verschüttet. Besser sind die Inseminationskappen, diese sind entsprechend flexibel. Wobei es bei den Kappen vom Hersteller abhängt, welcher Kunststoff verwendet wird und somit die Flexibilität der Kappen variiert. Es gibt daher unterschiedliche Erfahrungen diesbezüglich! Desweiteren gibt es manche Kappen, die spermizid sind. Allen voran Diaphragmas, die zur Verhütung eingesetzt werden. Diese Kappen sind für die Insemination nicht geeignet, weil sie die Spermien abtöten (den Fall hatte ich auch mal).Was auch falsch gemacht werden kann ist, dass der Urin-Becher  oder die Inseminationskappe mit Desinfektionsmittel behandelt wird. Das Zeug bleibt auf der Oberfläche haften und tötet beim nächsten Versuch die Spermien ab. Den Becher mit Wasser reinigen und an der Luft trocknen genügt völlig. Intimhygiene ist sehr wichtig, aber zu glauben, dass alles keimfrei sein muss widerspricht der Natur. Sperma und die Scheidenschleimhaut sind alles andere als keimfrei und sollten es auch nicht sein, denn sie bilden auch eine Schutzschicht. Es gibt gute und böse Keime. Desinfiziert man alles, tötet man die guten Keime ab und die bösen Keime können sich viel stärker und schneller vermehren. Desweiteren sollte man das Sperma nicht gleich nach der Übergabe mit der Spitzte aufziehen. Man sollte etwa 10 bis 20 Minuten warten, bis es sich verflüssigt hat. Das Aufziehen muss sehr langsam geschehen, ansonsten schädigt man die Spermien. Am besten wäre es, wenn der Spender direkt in die Spritze ejakuliert, das setzt voraus, dass die Spritze groß genug ist. Die Spermien sollten hautwarm gehalten werden, mehr als 35°C warm dürfen sie aber nicht werden, zu kalt aber auch nicht. Katheter darf man nicht zu tief einführen, denn das Sperma kann im Uterus zu Krämpfen führen, das Sperma wird stattdessen nur in den Zervix-Kanal gespritzt. Wenn man unsachte damit umgeht, kann man die Schleimhaut verletzten und es kommt zu Blutungen.

 

Spermaspender.karlsruhe (ooo)

 

(Unter Misserfolg verstehe ich jene Zyklen, bei denen sich keine Schwangerschaft einstellt)

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